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Hoffnungsträger IT- und MedTech-Cluster

Hoffnungsträger IT- und MedTech-Cluster

Bei der Arbeitsproduktivität liegt die Region St.Gallen hinter dem Durchschnitt zurück. Es gilt wertschöpfungsintensive Arbeitsstellen anzusiedeln, aber gleichzeitig die traditionellen Stärken zu pflegen. Der bereits starke und wachsende IT-Cluster aber auch der MedTech-Bereich haben das Potenzial, die wirtschaftliche Dynamik zu erhöhen.

Die Stadt St.Gallen ist zwar ein attraktiver Arbeits- und Wohnort, liegt bei verschiedenen Indikatoren aber hinter vergleichbaren Städten der Schweiz zurück. Dies hat eine kürzlich vom Forschungsunternehmen BAK Economics im Auftrag der WISG durchgeführte Studie gezeigt. Unterdurchschnittlich ist zum Beispiel die Arbeitsproduktivität, also die Wertschöpfung pro Kopf. Beim Bevölkerungswachstum ist die Dynamik klar unterdurchschnittlich, während es beim Beschäftigungswachstum etwas besser aussieht. Die Wirtschaft der Region stützt sich dabei vor allem auf traditionelle Dienstleistungsbranchen wie Handel, Finanzdienstleistungen und unternehmensbezogene Dienstleistungen. Zudem sind der Gesundheitssektor, die Bildung und Verwaltung von grosser Bedeutung. Zu Hoffnung Anlass gibt die Informatikbranche, eine Zukunftsbranche, die in der Region St.Gallen mit einem starken und wachsenden Cluster vertreten ist.

IT-Cluster und MedTech-Branche
Um die wirtschaftliche Dynamik der Region St.Gallen zu erhöhen, müssen wir unsere traditionellen Stärken weiter pflegen und gleichzeitig neues Wachstumspotenzial erschliessen. Ein Hemmschuh stellt dabei der knapp verfügbare Boden dar. Es gibt nur noch wenige freie Flächen und somit drängen sich platzsparende Aktivitäten mit hohem Wachstumspotenzial auf. Neben der weiteren Stärkung des Informatikclusters – hier spielen vor allem die Investitionen in die Bildung eine wichtige Rolle – stellt die Förderung der Medtech-Branche eine vielversprechende Perspektive dar.

Mit der Gründung des Innovationsparks Ost wurde vom Kanton ein neuer Anlauf genommen, einen Ostschweizer Standort im Netzwerk des Innovationsparks Schweiz zu schaffen. Basis soll die EMPA mit ihrer Expertise im Bereich Material- und Technologieforschung sein. Erst kürzlich informierte die EMPA über die Entwicklung eines von der Natur inspirierten Gewebeklebers, der Defekte im Herzmuskelgewebe wieder perfekt zusammenfügen kann.

Zusammen mit dem Kantonsspital St.Gallen – das grösste nichtuniversitäre Spital, das auch in der Forschung stark ist – könnte das die Basis für einen attraktiven Medtech-Cluster bilden.

Traditionelle Stärken pflegen
Daneben sollten allerdings auch die traditionellen Stärken der Region St.Gallen nicht vergessen werden. Die Region zeichnet sich nicht zuletzt durch eine hohe Lebensqualität und kurze Distanzen aus. Dies macht es auch leichter, die hoch qualifizierten Arbeitskräfte anzuziehen, welche das zukünftige Wachstum erst ermöglichen werden.

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